Pre-Order: Symphonieorchester Des Bayerischen Rundfunks - Ozawa - Beethoven & Strauss (CD) (New (N))

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Nur zwei Mal hat der japanische Dirigent Seiji Ozawa (1935-2024) das Symphonieorchester Des Bayerischen Rundfunks in Munchner Konzerten geleitet - doch beide Male wurde nichts weniger als Musikgeschichte geschrieben! I'm Juli 1983 dirigierte Ozawa i'm Herkulessaal der Munchner Residenz Strawinskys Le sacre du printemps und Beethovens Egmont-Ouverture sowie dessen Erstes Klavierkonzert mit Martha Argerich als Solistin, das als CD bereits erschienen ist (CD 900701). Und i'm Januar 1990 prasentierte er sich in der Philharmonie i'm Gasteig mit dem hier erstmals auf CD vorgelegten Programm - mit beispiellos beeindruckenden Interpretationen von Beethovens Funfter Symphonie und Strauss' Tondichtung Ein Heldenleben. In Beethovens funfter Symphonie bestaunte bereits der erste Rezensent E. T. A. Hoffmann das in jener Musik zum Ausdruck gebrachte dramatische Ringen des Menschen durch Nacht zum Licht', das auf rein musikalische Weise gestaltet ist, in struktureller Dichte und auerster Stringenz. Erst in der zweiten Halfte des 19. Jahrhunderts wurde das Werk dann zur Schicksalssymphonie', i'm Sinne jenes heroischen Bildes des Menschen und Kunstlers Ludwig van Beethoven, das sich mittlerweile eingeburgert hatte. Demnach sollte die Symphonie das Leiden und uberwinden des titanisch mit dem Schicksal ringenden Beethoven, insbesondere mit dem personlichen Schicksal seiner Ertaubung behandeln. Eine romantische Anschauung vom Kunstler als leidendem Auenseiter wurde nachtraglich dem Leben und Werk Beethovens aufgepfropft, vor allem seiner funften Symphonie. Um das Leben eines Helden geht es auch in Richard Strauss' Tondichtung, die entstand, als er das Amt des Berliner Hofkapellmeisters antrat. Auch mit diesem Werk wollte er (wie etliche seiner Zeitgenossen) an Beethoven oder die von jenem geschaffene musikalische Ausdruckskraft anknupfen - mit den Mitteln seiner Zeit. Die Tondichtung Ein. Heldenleben, die ihre Urauffuhrung am 3. Marz 1899 in Frankfurt am Main erlebte, liee sich einem Brief Strauss' zufolge als moderne Variante der Eroica deuten, die auch formal auf die klassische Sonatenhauptsatzform zuruckgreift. In der Partitur fehlen die programmatischen Erlauterungen; die uberschriften der sechs Abschnitte wurden erst unmittelbar vor der Urauffuhrung formuliert - vermutlich nicht einmal von Strauss. Trotzdem machte man dem Komponisten, den man als Personalunion seines Helden' sah, den Vorwurf tonender Selbstdarstellung.

UPC: 4035719002386
Label: Br Klassiks
Release Date: 8.7.26
Format: CD

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Nur zwei Mal hat der japanische Dirigent Seiji Ozawa (1935-2024) das Symphonieorchester Des Bayerischen Rundfunks in Munchner Konzerten geleitet -... Read more

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    Nur zwei Mal hat der japanische Dirigent Seiji Ozawa (1935-2024) das Symphonieorchester Des Bayerischen Rundfunks in Munchner Konzerten geleitet - doch beide Male wurde nichts weniger als Musikgeschichte geschrieben! I'm Juli 1983 dirigierte Ozawa i'm Herkulessaal der Munchner Residenz Strawinskys Le sacre du printemps und Beethovens Egmont-Ouverture sowie dessen Erstes Klavierkonzert mit Martha Argerich als Solistin, das als CD bereits erschienen ist (CD 900701). Und i'm Januar 1990 prasentierte er sich in der Philharmonie i'm Gasteig mit dem hier erstmals auf CD vorgelegten Programm - mit beispiellos beeindruckenden Interpretationen von Beethovens Funfter Symphonie und Strauss' Tondichtung Ein Heldenleben. In Beethovens funfter Symphonie bestaunte bereits der erste Rezensent E. T. A. Hoffmann das in jener Musik zum Ausdruck gebrachte dramatische Ringen des Menschen durch Nacht zum Licht', das auf rein musikalische Weise gestaltet ist, in struktureller Dichte und auerster Stringenz. Erst in der zweiten Halfte des 19. Jahrhunderts wurde das Werk dann zur Schicksalssymphonie', i'm Sinne jenes heroischen Bildes des Menschen und Kunstlers Ludwig van Beethoven, das sich mittlerweile eingeburgert hatte. Demnach sollte die Symphonie das Leiden und uberwinden des titanisch mit dem Schicksal ringenden Beethoven, insbesondere mit dem personlichen Schicksal seiner Ertaubung behandeln. Eine romantische Anschauung vom Kunstler als leidendem Auenseiter wurde nachtraglich dem Leben und Werk Beethovens aufgepfropft, vor allem seiner funften Symphonie. Um das Leben eines Helden geht es auch in Richard Strauss' Tondichtung, die entstand, als er das Amt des Berliner Hofkapellmeisters antrat. Auch mit diesem Werk wollte er (wie etliche seiner Zeitgenossen) an Beethoven oder die von jenem geschaffene musikalische Ausdruckskraft anknupfen - mit den Mitteln seiner Zeit. Die Tondichtung Ein. Heldenleben, die ihre Urauffuhrung am 3. Marz 1899 in Frankfurt am Main erlebte, liee sich einem Brief Strauss' zufolge als moderne Variante der Eroica deuten, die auch formal auf die klassische Sonatenhauptsatzform zuruckgreift. In der Partitur fehlen die programmatischen Erlauterungen; die uberschriften der sechs Abschnitte wurden erst unmittelbar vor der Urauffuhrung formuliert - vermutlich nicht einmal von Strauss. Trotzdem machte man dem Komponisten, den man als Personalunion seines Helden' sah, den Vorwurf tonender Selbstdarstellung.

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